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Wem geheert die Kerb? Unser!

Wenn sich der Sommer so langsam dem Ende zuneigt, sieht man in Monsheim und in Kriegsheim junge Leute meist paarweise mit einer Liste von Haus zu Haus ziehen. Sie läuten an den Haustüren und sagen: „Guun Dach, mir sammeln widder fer die Kerb!“ Die Antwort könnte sein: „Ach, isses schunn widder so weit?“ Dann geht der oder die Besuchte in die Wohnung und holt das Geld, das ja eigentlich schon längst da lag, weil man auf die Markt- oder Kerwejugend bereits gewartet hat. Man gibt gerne für die Feiertage, denn da läuft ja was - und die Organisatoren links und rechts der Pfrimm zeigen großes Engagement.
Am 2. und am 3. Wochenende im September jeweils von Freitag bis Dienstag wird in Monsheim und Kriegsheim gefeiert. Das ist in der Addition sogar länger als der berühmte Bad Dürkheimer Wurstmarkt - und das soll angeblich das größte Weinfest sein. Dies ist besonders deshalb so auffällig, weil die Veranstaltungen terminlich parallel laufen - fast. Am Freitag, mit dem Beginn des Monsheimer Marktes beginnt auch der Wurstmarkt und wenn in Kriegsheim auch noch dienstags gefeiert wird, ist in Bad Dürkheim schon Schluss. Doch profitieren unsere Feste auch von dem Wurstmarkt, denn die Sonderzüge, die dann verkehren, können ja auch zum Besuch des Marktes und der Kerwe genutzt werden.


 

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205_markt_festplatz.jpgDie längste Tradition hat der Monsheimer Markt, denn die Marktrechte wurden im Jahre 1483 verliehen. Seit 1978 wird wieder groß gefeiert, was in den 60er Jahren auch schon einmal war, aber zwischenzeitlich wieder verblasste.
Generell wird freitags inoffiziell eröffnet in den Gaststätten und Straußwirtschaften. Die Fahnen mit dem Monsheimer Wappen wehen an vielen Häusern. Am Samstag fahren die Kerweborsch und ihre treuen Helfer in den Wald und schlagen unter Aufsicht eines Försters das Grünzeug zum Straßenschmuck. 204_markt_umzug.jpg202_markt_kerweborsch.jpgUm 18 Uhr ist es dann soweit, dass der Monsheimer Markt durch die Kerweborsch (im Jahr 2007 Eike Milch, Matthias Ochs und Stefan Burkhard) und den Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck offiziell eröffnet wird. Als sichtbares Zeichen werden die Fahnen nun auch am Festplatz gehisst. Hier ist die Schaustellerfamilie Schramm mit Schiffschaukel, Karussell und Schießstand vertreten, weitere Kollegen sind mit Süßigkeiten und einem Losstand dabei. TUS und SKC Monsheim sorgen für das leibliche Wohl auf dem Festplatz. „Volles Haus“ heißt es dann meist am Samstagabend aus allen Lokalitäten. 206_markt_kerwerede.jpg203_markt_festplatz1.jpgDer Sonntag beginnt mit einem Frühschoppenprogramm unter Beteiligung der Monsheimer Vereine in der Schulturnhalle und ab 14 Uhr bewegt sich der Umzug durch die Straßen bis zum Festplatz, wo dann die Kerwerede gehalten wird. Am Montag wurde seit zwei Jahren „aufgerüstet“, denn der TuS Monsheim lädt ein zu „Monsheim in Concert“, einem so genannten Open-Air-Event auf dem Festplatz. Bands aus Monsheim, Kriegsheim und Umgebung spielen auf. Im Jahr 2007 waren die Gruppen „Landmann“, „Wonnegeier“ und „Altrheinpower“ von der Partie. Am Dienstag findet der Spiele-Nachmittag statt, zu dem der Förderverein Monsheimer Markt einlädt und wenn es dunkel wird, wird es Zeit, die Fahnen zum Rathaus zurück zu bringen und dem Monsheimer Markt tschüss zu sagen. 207_markt_concert.jpg208_markt_schluss.jpgNun haben die eifrigen Markt- und Kerwefeierer ganze zwei Tage Zeit, sich auszuruhen, die Fahnen auszutauschen oder für sonstige kleinen Dinge, denn bis Freitag ist es nicht mehr lange.


 

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Jetzt beginnt die Kriegsheimer Kerwe, die seit 1949 alljährlich mit Umzügen gefeiert wird und besonders intensiv seit der Verwaltungsreform, in der die Selbstständigkeit Kriegsheims aufgehoben wurde. Fahnen hängen hier fast an jedem Haus, an mehreren Häusern hängen auch die Fahnen Monsheims und Kriegsheims. Am Freitag wird die Kerwe in der Kerweschänke der Familie Feickert eröffnet (vorher war das über viele Jahre in der „Kerwescheune“ der Familie Schilling) und zwar vom Vorsitzenden der Brauchtums- und Kerwegemeinschaft Michael Bertz zusammen mit den Kerweborsch - im Jahr 2007 Andreas Bog und Holger Dieterich - und mit dem Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck.
213_kerwe_laufimwingert.jpg212_kerwe_lauf.jpgAm Samstag wird für die Kleinen ein großer Tag zelebriert, ein Bobby-Car-Rennen ist in der Friedensstraße angesagt. Nach dem ökumenischen Kerwegottesdienst ist dann am Abend überall im Örtche Stimmung und Party angesagt.
Der Sonntag als Höhepunkt der Kerwe beginnt sportlich mit dem Kerwelauf durch die Weinberge, der sich als „Panoramalauf“ wieder größerer Beliebtheit erfreut.
214_umzug_mit_mariannche.jpg215_umzug2.jpg215_umzug.jpgUm 13.30 Uhr ist dann auch in Kriegsheim der Umzug, der gewohnt stimmungsvoll durch die Straßen zieht, bis eine „Wagenburg“ im Hofgut Wiesenmühle der Familie Schilling gebildet wird und die Zugteilnehmer das Auszackern der Kerb beobachten. Wenn dann bekannt ist, wem die Kerb gehört, kann auch am Dorfplatz die Kerwerede stattfinden, die musikalisch unterstützt sehr stimmungsvoll „rüber kommt“. Wesentlich sind natürlich auch die Beiträge der „Bad Ginger-Bread“ und der „Landmann“-Aktiven in dem Kerwegeschehen.
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Am Montag finden meist sportliche Aktivitäten auf dem Sportplatz „Pfrimmbachstadion“ statt, vorher gibt es Spiele für die Kleinen. Wenn dann am Dienstag die Weinbergsrundfahrt vollbracht ist, dann wird jedem auch noch so eifrigen Kerwegänger klar, dass auch die Kriegsheimer Kerwe sehr anstrengend und letztlich auch vergänglich ist.
Doch in der Gewissheit, dass in einem Jahr wieder die nächste Kerb stattfindet, lässt sich auch die Schlusszeremonie im Schein des Feuers noch gut überstehen.