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Naturwanderung entlang der Pfrimmalt

Von Laurena Frey


MONSHEIM - Ein ausgehöhlter Baumstamm bildet das Motiv einer Besucherin. Eine andere, bereits weiter vorausgelaufene Dame hingegen fokussiert das ruhig fließende Wasser zwischen den Bäumen mit ihrer Kamera.
Als Michael Röhrenbeck zu reden beginnt, rühren sich die Gäste trotz des einsetzenden Regens aber keinen Millimeter mehr. Gespannt lauschen sie den Erklärungen und Erzählungen des Monsheimer Ortsbürgermeisters. Von geschichtlichen Ereignissen, zahlreichen Renaturierungen des Flussbettes bis hin zu den vom Gewässer ausgehenden Gefahren und dessen Zusammenhang mit dem ganz großen Wasser, dem Rhein, wissen der Ortschef und der Natur- und Gartenexperte Peter Kleifges einiges zu berichten.
Zusammen leiteten sie die jüngste Monsheimer Naturwanderung entlang der Pfrimm, einem Flüsschen, das auf seiner 42 Kilometer langen Reise von der Quelle im Pfälzer Wald in Worms in den Rhein mündet. Zwischenstationen des Gewässers sind unter anderem auch Monsheim und Wachenheim, von wo aus die Gäste einen Einblick in die Eigenheiten der Pfrimm sowie ihrer umgebenden Pflanzen- und Tierwelt erhalten.
Dazu haben sich nicht nur Teilnehmer aus den umliegenden Ortschaften, sondern auch aus Worms, dem Stadtteil Hochheim und aus dem Ried versammelt. Beliebt sind die zwei Mal im Monat stattfindenden Führungen, durch die die Besucher die Möglichkeit haben, ihre eigentlich bekannte Umgebung bewusster zu erleben. Die Vielfalt der Führungen reicht dabei von historischen zu naturbezogenen, religiösen und kulinarischen Themen, womit sie Gäste nun seit der dritten Saison von Ostern bis Ende Oktober anlocken.
So beispielsweise auch Elke und Siegmund Wendel, beide nicht zum ersten Mal Teilnehmer der Monsheimer Gästeführung. Während sie vor allem die Natur fasziniert, beschäftigen Siegmund Wendel die Renaturierungen des Flussbettes, die er auch kritisch betrachtet. „Ich finde ebenfalls interessant zu beobachten, wie sich die Natur nach Renaturierungen immer wieder selbst aufbaut", erklärt der Monsheimer. An der Pfrimm ist diese Veränderung genau zu erkennen: „An dieser Stelle entwickelt sich die Flora momentan zu einem Auwald", erklärt Peter Kleifges und zeigt auf einen Abschnitt am Fluss. „Noch ein Stückchen weiter und wir können einen voll entwickelten Auwald sehen."
Die Veränderungen sind Folge der Renaturierungen an dieser Stelle, die unter anderem auch zum Hochwasserschutz vorgenommen wurden. Schon so manches Mal führte die Pfrimm Hochwasser, etwa alle 100 Jahre ist eine größere Überschwemmung zu erwarten. Um auch einer Überflutung am Rhein vorzubeugen, die noch stärkere Auswirkungen mit sich brächte, müssen bereits die Zuflüsse des Rheins vor Hochwasser geschützt werden. So befinden sich in Wachenheim und in Worms Pegelhäuschen, die regelmäßig den Stand des Wassers messen.
In Monsheim ist zudem erst vor Kurzem ein Hochwasserriegel fertiggestellt worden (die WZ berichtete). Er sorgt dafür, dass im Hochwasserfall das Wasser von Wachenheim her aufgehalten wird.