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Von Christian Mayer

MONSHEIM - Ein bisschen ungerecht ist das schon: Da soll sich die 2600-Einwohner-Gemeinde Monsheim, die zugleich Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung ist, vorstellen, und hat dafür genauso viel Zeit wie Gundheim oder Hochborn mit ihren paar Hundert Einwohnern. 90 Minuten hat das Team um Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck Zeit, Monsheim inklusive Kriegsheim mit all seinen Facetten widerzuspiegeln. „Unser Dorf hat Zukunft“, lautet der Slogan des Wettbewerbs, der jetzt in seiner ersten Runde auf Kreisebene begonnen hat; Monsheim und Gundheim (siehe unten stehender Bericht) treten dabei in der Sonderklasse an, Hochborn in der Hauptklasse.

Zeitplan eng getaktet
Der Zeitplan am Donnerstag ist eng getaktet. Dass die Jury wenige Minuten später als geplant eintrifft, macht aber im Rathaus keinen nervös. Ohnehin ist jeder hochkonzentriert: Ortschef Röhrenbeck hat eine Präsentation vorbereitet, die Gästeführer machen ihre Führungen nicht zum ersten Mal, und die Juroren hören eifrig zu und notieren ab und zu etwas auf ihrem Block. Die Getränke, die Röhrenbeck bereitgestellt hat, bleiben unberührt.

Röhrenbeck zeigt idyllische Bilder von Monsheim. Historische Gebäude, die Anhäuser Mühle als Sitz der VG-Verwaltung und als kulturelles Zentrum, die Heinrich-von-Gagern-Schule mit ihren 250 Kindern. Das Mammutprojekt: Der Kita-Neubau an der Schule, in dem mal 95 Kinder betreut werden sollen. Den Gesamt-Gebäude-Komplex aus Schule und Kindergarten bezeichnet Röhrenbeck als ein Projekt „zukunftsweisender Art“. Er weist hin auf die neue Schulsporthalle, die entstehen soll, auf die zwei Spielplätze und unzähligen Spielgeräte im Ort, auf den vier Jahre alten Sportplatz mit Kunstrasen inmitten der Ortslage. „Für Erfolg oder Misserfolg der Fußballer können wir aber – noch – nichts“, scherzt der Ortschef. Ein paar der Juroren grinsen.

400 Arbeitsplätze
Beeindruckende Zahlen hat Röhrenbeck noch aus der Wirtschaft parat: Dank der Ansiedlung von Deichmann hat die Gemeinde nun inklusive der Winzerbetriebe eine Größenordnung von rund 400 Arbeitsplätzen.

Iris Merkel führt die Hälfte der Juroren durch das „Innenleben“ der Stadt, während Röhrenbeck mit der anderen Hälfte die Außenbezirke begutachtet. Für die Innengruppe gibt’s eine Rundfahrt mit dem Feuerwehrauto, Verbandsbürgermeister Ralph Bothe ist höchstselbst als Chauffeur im Einsatz.

Merkels Wissensreichtum ist beeindruckend, unter anderem erzählt sie von dem Großbauer und Unternehmer David Möllinger, der mit seiner Innovationsfreude dem Ort im 18. Jahrhundert zu einem großen Sprung verholfen hat.

Das Monsheimer Vereinsleben stellt Röhrenbeck heraus: „Es ist die Lebendigkeit des Dorfes, die von den Vereinen ausgeht“, sagt er und benennt exemplarisch einige Vereine.

Auch künstlerisch habe Monsheim etwas zu bieten, so der Ortschef, und verweist auf Aloisia Hartmeier, Barbara Schauß und Sibylle Fruth. „Deswegen“, schließt Röhrenbeck seinen Schnell-Durchlauf nach etwa 20 Minuten, „sind wir der Auffassung, dass unser Dorf Zukunft hat“. Die Präsentation zeigt das Ortsschild mit dem augenzwinkernd gemeinten Spruch am Ortsausgang: „Aller dann“. Das ist wohl auch der saloppe, aber herzlich gemeinte Abschied von den Juroren.